Auf Wiedersehen, liebes Leben,  willkommen in der Hölle.

Es war sehr früh morgens als Amelie aufwachte. Normalerweise steht sie niemals so früh auf. Doch dieser Tag war anders. Sie würden alle ins Schullandheim fahren, ihre Klasse und die Parallelklasse. Sollte sie sich freuen? Eher nicht. Sie hatte in den letzten paar Tagen so ziemlich alles verloren was man in seinem Leben wichtiges verlieren könnte. Dadurch, dass die ehemalige Musterschülerin in der Schule so sehr abgestürzt ist, war es damit auch nicht getan. Allgemein war da dieser eine Absturz, der sie in die Tiefe zog. An was alles scheiterte, wird sie bis heute wohl noch immer nicht wissen. Da war diese Person, in die sie sich so sehr verliebt hatte. Annette. 2 ganze Monate waren sie sogar zusammen. 2 Monate und 12 Tage. Wow. Natürlich war Annette ein Mädel, doch das machte Amelie nichts aus. Sie liebte sie einfach, ob andere nun damit klarkamen oder nicht. Bis Amelie dann meinte, diese Beziehung beenden zu müssen. Warum? Auch hier war ihr der Grund unbekannt. Vielleicht weil sie Mark kennen lernte. Er war auf derselben Schule wie sie, daher lernte man sich dann irgendwann kennen Es ergab sich so, dass die Zwei sogar zusammen kamen. Doch ging es ihr gut dabei? Wohl kaum. Warum nur?  Schuldgefühle gegenüber Annette, keine Liebe zu Mark, Einbildung, alles pure Einbildung. Doch wie sagt man so schön? Einbildung ist auch eine Bildung. Mehr oder minder. Vielleicht wäre dazu noch zu erwähnen, dass sie sich abgrenzte, abgrenze von der ach so perfekten Klasse, was wahrscheinlich auch einer der Grund war. Abgrenzte von ihren Freunden, von Sandra, mit der sie seit der fünften Klasse besser befreundet war als je mit jemand anderem. Abgrenzte von der Gesellschaft, von ihrem eigenen Leben, und verloren in der eigenen kleinen selbst erbauten Welt. „Traumwelt“, wie sie es bezeichnete. Was auch immer sie mit „Traum“ auch meinte. Sie war einfach anders, inakzeptabel, überflüssig, nach ihrer Meinung.  Das typische eben.

Die Sonne schien an diesem Tage, Vögel zwitscherten. Alles perfekt, wie es an solch einem Sommertag in Juni auch sein solle. Doch was zu Hölle unterschied diesen Tag von den anderen? Vielleicht war es die Atmosphäre, die in der Luft lag. In knappen 2 Stunden würde sie im Bus sitzen, bei der Intoleranz und Konservativität, soweit das eben bei Jugendlichen eben geht, in Person: Ihrer Klasse und der Parallelklasse. Vielleicht würde es auch das Beste sein, einfach weg von zu Hause, weg von ihrer bestialischen Mutter Karen. Von deren Stecher Martin, bei dem sie es jedoch vorzog, ihn doch lieber nur „Stecher“ zu nennen. Waren ja nicht einmal wirklich zusammen. Wie schnell man durch Naivität doch zum Psychopath werden kann. Und wie man als Psychopath alle anderen mit in den Wahnsinn ziehen kann. Schläge sind nichts gegen Worte. Worte zerreißen einen innerlich. Zerfetzen die Seele. Doch was ist die Seele schon? Amelie hatte nur den einen Wunsch. Der Tod. Ja, sie ist gestorben, und ihr Körper lebte seelenlos weiter. Als leere Hülle. Vielleicht ist es ja grade gut, dass sie wegkommt, wenn auch nur für die fünf Tage. Hauptsache weg zu ihrem „zu Hause“, Karen, von Mark, den sie nie liebte, mit dem sie mehr oder weniger nur gezwungen zusammen war, weg von den Schuldgefühlen gegenüber Annette, weg von der versteckten Liebe, die zu ihr bestand. Weg, einfach nur weg… Mit diesen Gedanken verbrachte sie ihre restliche Zeit noch daheim. Die gesamte Zeit, die sie noch in der Dusche, im Bad, und anschließend noch einige allein auf ihrer Matratze, die auf dem Boden ihres  Zimmers verbrachte, widmete sie diesen Gedanken. Die CD, die Annette ihr vor wenigen Tagen noch gebrannt hatte, lief im Hintergrund. „The Ghost Of You“, My Chemical Romance, ihr momentanes Lieblingslied. Und es erinnert sie alles an sie...

 “Los, komm frühstücken! Sonst kommst auch noch zu spät!”, schrie Karen, was Amelie sehr erleichterte. Endlich würde sie wegkommen. Nach dem Frühstück würde sich für sie eine kleine Welt öffnen. Sie nahm ihren Rucksack und bewegte sich nach unten. Ihr schäbiges Frühstück stand auf dem Tisch: Eine einfache, hart gewordene Scheibe Brot. Ach ja, den Tee nicht zu vergessen. Nachdem sie es runtergewürgt hatte, nahm sie ihren Trolli und ihren Rucksack und verschwand in dem Auto von Karen, die selbst auch schnell einstieg und losfuhr. Was wird sie wohl erwarten? Wahrscheinlich nichts weiter als ein altes heruntergekommenes Schullandheim, in das man nicht mal ein Handy mitnehmen darf. Zum großen Teil würden diese Tage schrecklich werden. Amelie allein, auf sich selbst gestellt. Doch dies war inzwischen auch schon Normalität für sie. Doch was war mit Sandra? Sie hatte schon einiges mit ihr durchgemacht. Eine wunderschöne Zeit verbindet die zwei. Wenn auch nur aus Amelies Sicht. Aber all das ging mit der Zeit in die Brüche. Beide standen am Abgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Sollte all das wirklich über den Haufen geschmissen werden, nur weil Amelie sich jetzt einmal so gab, wie sie wirklich war? Oh ja. Und das nicht nur bezüglich Sandra. Ihre Klasse, ihre Schule, ihr Dorf, ihr Leben. Sollte sie vielleicht Angst vor diesem Schullandheimaufenthalt haben? Was denkt Sandra davon? Es könnte immerhin ja besser werden als Amelie dachte. Anderenfalls würde es eigentlich nur schlecht werden. Warum? Immerhin wurde Susanne gezwungen, bei ihnen im Zimmer zu schlafen. Na das würde super werden. Susanne. Die, die Amelie schon so lange abgrundtief hasste. Schlimmer könnte es gar nicht kommen. Andersrum müsste man ja nicht gleich einen auf dicke Freundschaft machen, nur weil man eben zusammen im Zimmer schläft. Es ist für die Nacht, mehr nicht. Sie hatte froh sein können, nicht mit Anna in ein Zimmer zu kommen. Aber Anna war es nicht einmal wert, um über sie zu sprechen. Seit Amelie 9 Jahre alt war hasste sie Anna, was  auf  Gegenseitigkeit beruhte. Zum Glück.

Das Auto blieb abrupt stehen, was die Gedankenvorgänge von Amelie sofort unterbrach. Sie waren an ihrer Schule angekommen.

„Tschüss, viel Spaß und bau nicht wieder so viel Scheiß“.

Das waren die letzten Worte von Karen, nachdem Amelie ihr Gepäck aus dem Kofferraum holte. Sie knallte die Tür zu und Karen fuhr los. Kein weiteres „Tschüss“, keine Umarmung vielleicht zum Abschied, nichts weiter. Sie wartete nicht einmal bis Amelie im Schulhaus war. Natürlich war sie viel zu früh. In einer knappen Stunde würden sie erst losfahren. Mit diesen Gedanken marschierte sie in Richtung Schule. Niemand war im Foyer. Sie war allein. Wie gewöhnlich, nichts Neues. Also setzte sie sich an einen der Tische, ihr Gepäck neben sich, und wartete. Auf was genau wusste sie nicht. Vielleicht ja auf die Kinder, die alle mitkommen würden. Endlich erschien Christine, bei der es alle aber bevorzugten, sie „liebevoll“ Tine zu nennen. Den Grund dazu muss man nicht nennen, und nein, sie war nicht die Dünnste. Besonders beliebt war sie bei Amelie auch noch nie, aber immerhin besser als dieses ewige alleine Rumsitzen. Nach Tines Aussage freute diese sich riesig auf das Schullandheim. Na toll. Das Foyer füllte sich immer mehr. Wenige Schüler mit Gepäck, der Rest der Schule eben ohne Gepäck. Irgendwann erschien dann auch Mark. Amelie wusste nicht ob sie sich nun freuen sollte oder nicht, aber sehen wollte sie ihn im Augenblick echt nicht. Er gab ihr Fotos aus seiner Kindheit mit, das sie sich nicht so „alleine“ ohne ihn fühlen würde. Er hing an ihr wie eine Klette. Als dann schließlich der Bus ankam, der alle Kinder ins Schullandheim verfrachten sollte, bewegte sich auch Amelie mit Sandra und Jana, die auch eine sehr gute Freundin von Amelie und Sandra war, zu den andern nach draußen, die alle inzwischen auch schon angekommen waren. Jana freute sich natürlich wieder mal riesig auf das was sie erwarten würde.

„… Jaah und dann machen wir die Nacht durch, gehen raus und machen die Gegend unsicher. Hach wird das toll“, gab sie mit einem Lächeln bis über beide Ohren von sich.

„Oh, habt ihr den Alk dabei?“, fiel Sandra dann ein.

„Scheiße, nein tut mir Leid. Aber wir können uns ja was besorgen wenn wir da sind“, grinste Amelie. Und Mark hing immer noch wie eine Klette an ihr.

„Schaut mal her!“

„Was?“ Und schon hatte Sandra in Foto von den beiden gemacht. Na das hatte ihr gerade noch gefehlt, ein Bild mit Mark. Na super. Der arme Fotoapparat. Müsste der da nicht kaputt gehen?

Viele, ja sogar so gut wie alle Eltern waren da. Karen fehlte. Die war wahrscheinlich auch froh, Amelie für die kurze Zeit loszuhaben, so schnell wie sie abhaute.

„… Abgehauen… Damit sie mehr Zeit für ihren Stecher hat.“, das war die einzige Antwort von Amelie auf die Frage, wo  ihre Mutter denn sei. Wenig später gesellten sich die drei dann endlich in Richtung Bus, endlich weg von Mark. Den hat sie schon mal los. Zu ihrer Verwunderung setzte Sandra sich sogar neben sie in den Bus. Jana saß eine Sitzreihe neben ihnen. Da saß sie nun. Alle Eltern winkten ihren Kinder, hatten Tränen in den Augen, genau wie ihre Kinder. Hätte Amelie auch Tränen in den Augen gehabt, wenn sie Karen hier stehen gesehen hätte? Wohl kaum, weshalb auch? Für die „liebevollen Worte und Schläge“? Niemals. Mindestens eine Viertelstunde später fuhren sie dann los. Hätte Amelie gewusste, was sie erwarten würde, hätte sie sofort die Scheibe des Busses zerschmettert und wäre vor den nächst besten LKW gesprungen, und das nicht nur aufgrund ihrer ewigen Suizidgedanken. Eigentlich war die Busfahrt neben Sandra lustig, wider Amelies Erwartungen. Sie dachte eigentlich, dass es wieder das Übliche sein wird, tausende von Schweigeminuten. Worte, wenn schon welche kamen, die ihr Inneres immer mehr zerschmetterten. Doch zum Glück geschah das Gegenteil. Nur ein Haken hatte die Sache, was für Amelie äußerst deprimierend war: Keine Musik! DER Horror!

Nach ungefähr einer Stunde Fahrt und somit einem einstündigen Herumgealber hielt der Bus an einer kleinen hässlichen Autobahnausfahrt. Amelie, Sandra und Jana rannten natürlich sofort zu einer heruntergekommenen Bank, um sich dort vom Sitzen „auszuruhen“. Tine tappte den dreien einfach mal hinterher.

„Na toll, die hat uns gerade noch gefehlt…“, stieß Sandra knapp hervor.

„Ach was, lass sie doch, sie hat uns doch ihre tollen Nietenarmbänder geschenkt, so schlimm ist sie doch nicht einmal“, meinte Amelie mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Zu diesem erkenntnisreichen Satz äußerten sich die zwei anderen zum Glück erstmals nicht. Natürlich meinte Sandra, und irgendwann dann auch noch Jana, die ganze Zeit Bilder zu schießen.

„Irgendwann geht der Foto noch drauf…“, zweifelte Amelie.

„Ach was, der Film geht einfach nur leer“, entgegnete Jana frech. Somit fotografierte diese einfach weiter Amelie, die ihre tolle Sonnenbrille aufsetzte, die sie so liebte. Minuten später stiegen sie wieder in den Bus und die Fahrt ging weiter. Es wurde ruhiger im Bus, die ganzen Kinder wurden müde, somit auch Amelie.

Als der Bus erneut stoppte, diesmal jedoch von einem bayrisch aussehendem alten Haus, dachten die meisten, dies sei das Schullandheim und schrieen mit so einer Tonlage durch den Bus, dass der Rest, der dann immer noch schlief, garantiert aufwachen musste. Amelie war so glücklich, endlich angekommen zu sein, nach zweieinhalb Stunden Fahrt. Das Haus war zwar nicht das schönste, aber man muss ja nicht gleich einziehen. Als ihre Klassenlehrerin, Frau Schmied, die vor einigen Minuten ausgestiegen war und in das Haus marschierte, gleich wieder zurückkehrte, ging die Fahrt auch schon weiter. Es stellte sich raus dass sie einfach nur auf der Toilette war. Na super. Länger wird es Amelie nicht mehr in diesem Bus aushalten, eingequetscht von Menschenmassen. Vor ihr wurde der Bus immer schmaler, verschwamm allmählich. Sie fühlte sich so eingeengt. Doch das übertraf sich noch als Jana dann meinte, sich auf den Schoß von Sandra und ihr bequem machen zu müssen. Und Jana fand es ganz toll, so auch noch die restliche Zeit zu verbleiben. Ein Gutes hatte die Tatsache doch: Jana war so toll und hatte ihren CD-Player  mitgenommen, indem sich sogar eine CD mit sage und schreibe zwei ganzen Liedern  befand! Das war die pure Erleichterung für Amelie. Auch noch Manson. Göttlich. Also packte sie sich den CD-Player und hörte diese 2 Lieder rauf und runter.

Es fühlte sich an wie Tausende von Minuten, als letztendlich die Durchsage im Bus erklang, dass sie nun schon mal in der Ortschaft seien, wo sich das Schullandheim befand. Wow. Doch so schnell. Und Jana lag natürlich immer noch auf dem Schoß von den beiden. Amelie brachte es endlich auf die Reihe mal aus dem Fenster zu schauen. Moment mal… Woher kam ihr die Landschaft so bekannt vor? Irgendwann früher war sie hier doch schon mal. Es kann gar nicht anders sein! Sie muss hier gewesen sein. Doch sie hatte das Wetter damals besser in Erinnerung. Als sie irgendwann schon mal an diesem Ort war, schien die Sonne. Inzwischen fing es an leicht zu tröpfeln. Aber vielleicht war es auch einfach nur Einbildung, schon einmal hier gewesen zu sein. Als der Bus dann weiterfuhr, verblasste diese Erinnerung immer mehr. Und endlich hielt er an. Welch Wunder. Nach circa Viereinhalbstunden waren sie endlich angelangt. Alle Kinder stiegen aus. Der Boden war dreckig, es musste zuvor stark geregnet haben. Der Busfahrer lud das gesamte Gepäck aus. Amelie holte sich sofort ihren Trolli. Den Rucksack hatte sie schon die ganze Zeit über bei sich. Nun stand sie vor diesem Schullandheim. Das Haus, indem sie 5 Tage verbringen sollte. Schlecht aussehen tat es schon mal nicht. Im Gegenteil, es war modern, groß, elegant, einfach nur hübsch.

„Oh mein Gott…“, sagte Jana fassungslos, als sie an dem Gebäude hinaufblickte. Anscheinend war es zu groß für sie. So, und jetzt? Warum standen noch alle Schüler draußen? Amelie wollte so schnell wie möglich hinein, das Wetter passte ihr nicht. Es war ein heißer Tag, schwül und trüb. Zum Glück hatte das Nieseln aufgehört, doch es trieben immer noch schwarz-dunkelblaue Gewitterwolken am Himmel. Als ob die Busfahrt nicht schon schlimm genug gewesen war, mussten sie auch noch mindestens eine halbe Stunde draußen warten, bis sie endlich rein durften. Warum auch immer.

Der Eingangsbereich war schon mal ganz schön. Amelie fühlte sich auch sofort schon viel wohler, obwohl dieses komische Gefühl in ihrer Magengegend immer noch da war. Als sich dann endlich alle Schüler ins Haus hineinbegeben hatten, bekamen sie harte viereckige rot-weiß karierte Päckchen. Das sollten die Bettbezüge darstellen, wie Amelie später herausfand. Sie wurden angewiesen die Treppen hinaufzugehen, Oben, im 1. Stock wurden dann die Zimmer zugewiesen. Amelie freute sich schon so sehr auf die vier Nächte mit Susanne in einem Zimmer… Aber wenigstens waren Jana und Sandra da der gleichen Meinung. Man kann Susanne ja immerhin noch wegekeln, was Amelie schon immer sehr gut beherrscht hat.

Ihr Zimmer war mehr oder minder ganz nett, abgesehen von diesen widerlichen Backsteinen an den Wänden. Man wollte sich gar nicht vorstellen wie gut das tun würde, wenn man sich nachts während des Schlafes da anschlägt.

„Ich will oben schlafen!“, schrie Amelie plötzlich. Und so schnell sie diesen Satz gesagt hatte war sie auch schon oben.

„Du Schwein, ich wollte nach oben…“, sagte Sandra gekünstelt traurig.

„Na super, und ich darf mit Susi in einem Stockbett schlafen? Toll habt ihr´ s wieder hinbekommen, ich bin stolz auf euch“, gab Jana schließlich von sich.

Das mit dem Kofferauspacken wollte auch noch nicht so recht klappen, also schmissen Amelie, Sandra, Jana und Susanne wenige von ihren Sachen entweder auf den Boden, oder breiteten sie auf dem Tisch aus, der auch noch in ihrem Zimmer stand. Nach einer halben Stunde sah es im Zimmer aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte. Aber das machte niemand wirklich etwas aus.

Später musste die gesamte Klasse beim Mittagessen erscheinen. Es gab irgendetwas mit Fleisch, auf jeden Fall sah es grauenvoll aus, daher ließ Amelie sich etwas Vegetarisches auftischen. Schmecken tat es wenigstes. Sie blickte aus dem Fenster. Der Himmel war noch immer bewölkt. Amelie dachte sich schon, dass es an diesem Tag noch regnen wird. Und wie sogar. Dieses Wetter deprimierte sie. Sie dachte eigentlich, dass es im Schullandheim sonnig sein sollte, nicht regnerisch. Aber man kann nichts machen, zum Glück würden sie dann schon nicht in dieses hässliche Freibad gehen.

Irgendwann wurden alle zusammengetrommelt, dass sie nun bald in die Stadt reingehen, um irgend ne Schnitzeljagd zu machen. Oh, toller konnte es ja gar nicht mehr werden. In welcher Klasse waren sie jetzt? In der 5.? Wohl kaum. Na ja, Hauptsache die ganzen Kinder waren glücklich. Okay, und wie wollten sie bitte etwas finden, wenn sie doch hier noch niemals waren?

„Oh, vielleicht findet man ja nicht mehr heim“, dachte Amelie. Ob sie das nun positiv oder negativ fand, ließ sie im Raum stehen.

Man hatte schon für alles gesorgt, Frau Schmied war sogar so nett und druckte in der Schule noch Stadtpläne aus, dass man sich ja nicht verläuft. Doch die waren so schlecht, dass man eh nichts darauf erkennen konnte. Später ging es dann los. Amelie und Sandra quälten sich nebeneinander einen Weinberg hinauf, oder was auch immer das verstümperte Bergchen  darstellen sollte. Kein einziges Wort fiel, obwohl Amelie so oft versuchte, ein Gespräch aufzubauen, oder wenigstens Gesprächsstoff zu finden. Nein, nichts passierte. Irgendwann rannte Sandra sogar vor, um mit Tine über ihre Problemchen zu sprechen. Amelie glaubte sie träume. TINE??? Sie wollte ja nicht sagen dass sie in irgendeiner Art neidisch oder gar eifersüchtig wäre, sie doch nicht, aber das ging eindeutig zu weit. Gerade noch Tine. Fassungslos stand Amelie da. All die andern Schüler gingen an ihr vorbei. Sollte sie es wirklich realisieren, dass Sandra jetzt ernsthaft zu Tine rennt? Schrecklich. Nicht nur das, es war lächerlich. All die Jahre lang haben die zwei immer miteinander geredet, über jegliche Probleme. Immer. Und jetzt geht sie zu jemand anderem.

„Tja, hast deine Chance mal wieder verpasst.“, sagte Amelie sich selbst und marschierte weiter. Tine und Sandra liefen noch immer nebeneinander her. Der Anblick war zum Kotzen. Also rannte Amelie vor, um sich am Gespräch zu beteiligen, ob sie nun störe oder nicht war ihr im Moment auch egal. Das ganze hier kotzte sie jetzt schon an. Sie wollte im Großen und Ganzen eigentlich nichts anderes als heim. Oder zumindest zu Annette. Warum auch immer… Irgendwann verschwand Tine dann endlich wieder, doch wie als ob es noch schlimmer kommen wollte, musste dafür auch noch Susanne erscheinen. Diese erzählte Amelie und Sandra natürlich wieder einer ihrer wundervollen Jungengeschichten, die Sandra sehr beeindruckten, oder zumindest tat sie nur so. Amelie war  mehr als nur angekotzt.

„Wie toll es wäre, jetzt in meinem Bett zu liegen, oder wenigstens im Schullandheim im Bett.“, dachte sie. Doch es kam anders. Sie mussten noch eine ganze Weile in dieser Stadt herumtreten, bis sie schließlich im Schullandheim ankamen. Jeder stöhnte schon, da der Tag so anstrengend war. Man ist es ja auch nicht gewohnt, stundenlang in einem überfüllten Bus zu sitzen und danach mindestens drei, vier Stunden durch die Stadt den Berg rauf und runter zu rennen. Doch schließlich machten Sandra und Amelie eine Pause uns setzten sich auf eine kleine Mauer, Susi setzte sich einfach mal dazu. Passte Amelie zwar nicht wirklich, aber was sollte sie schon machen. Plötzlich kam sie auf eine Idee.

„Hey Leute, wie wäre es wenn wir morgen Abend Gläserrücken machen?“, fragte sie auf einmal wieder enthusiastisch, was bei ihr weniger vorkam.

„Oh mein Gott, ja, das machen wir!“, stimmten ihr Sandra und Susanne sofort zu.

„Genau, dann schminken wir uns ganz schwarz, ziehen nur schwarze Sachen an und ich werde Fotos machen, hab ja meine Cam dabei!“, rief Susanne ganz glücklich. Endlich hatte Amelie etwas gefunden, auf das sie sich noch freuen konnte, solange sie noch in diesen Schullandheim waren. Als es dann später wurde, ging sie weiter, Sandra und Susi blieben noch ein Weilchen, was sie sehr betrübte. War Amelie denn wirklich so sehr abhängig von Sandra? Wie sich zeigte schon, aber sie wollte es sich niemals eingestehen. Im Schullandheim wieder angekommen stieg sie allein die Treppe hinauf, um ins Zimmer zu gelangen. Doch aus ihrem Zimmer war noch niemand da.

„Verdammt, jetzt ist auch noch die Tür zugeschlossen“, stöhnte sie. Schließlich erschienen dann einige andere von der Klasse, die auch ihr Zimmer in diesem Gang hatten. Und weit und breit kein Lehrer. Na super, muss an diesem Tag eigentlich alles so laufen? Aber man sollte ja nicht übertreiben, würde bestimmt bald wieder jemand auftauchen, der aufschließt. Da, Sandra! Endlich kam sie. Amelie rannte sofort auf sie zu.

„Wo warst´ n du?“

„Wieso denn? Ich war einfach nur mit Jana noch unten, raste doch nicht gleich immer so aus!“, erwiderte sie zornig. Das hätte sie nicht so sagen sollen. Wieso? Wieso zerstörten solche belanglosen Sätze  nur den Großteil von Amelies Leben? Sie hätte einfach lernen sollen, nicht immer alles so überzuinterpretieren. Vielleicht wäre ihr dann einiges erspart geblieben. Bald kam dann auch endlich mal Frau Schmied abgerollt, um die Zimmer aufzuschließen. Das erste was Amelie machte war in ihr Bett hinauf. Sie blickte auf den kalten Backstein. Müsste das nicht wehtun, wenn man dagegen schlägt? Ein kurzer Blick durch das Zimmer, Jana und Sandra waren damit beschäftigt, Ahoi- Brause zu futtern, also schauten sie schon mal nicht hinauf zu ihr. …Oh doch, es tat sogar sehr weh, dagegen zu schlagen.

Gelächter von Jana und Sandra. Super, wie die Zwei sich amüsierten. Ehrlich super. Und wann hatten Sandra und Amelie bitte schön das letzte Mal so richtig Spaß? Ende letzter Klasse vielleicht?

„Nein, verdammt, nicht heulen. Du weinst nicht. Was soll es dir schon bringen zu weinen? Gar nichts, dich würde eh niemand beachten. Die zwei amüsieren sich doch prächtig! Denkst du ernsthaft dass die sich durch dich aus dem Konzept bringen lassen? Nie. Die sind doch grade froh, wenn du deine Klappe hältst!“, dachte sich Amelie. Diese Gedanken zogen sie nur noch tiefer nach unten. An dieser Stelle lief ihr dann doch noch eine Träne über die Wange. Diese Träne vermehrte sich und schließlich weinte sie richtig. Wo war der Ausweg, der sonst immer erschien wenn es ihr schlecht ging? Nirgends. Es gab keinen Ausweg mehr. Vielleicht sich weniger pessimistische Gedanken zu machen, doch daran dachte Amelie nicht mal. Wahrscheinlich wollte sie es regelrecht, dass es ihr ach so schlecht ging, nur um Aufsehen zu erregen.

„Hey Amy, komm mal runter, mach das auch mal!“, rief Jana, die gerade einen Lachanfall unterdrücken musste.

„Super, und warum fragt Sandra mich das nicht?“, dachte Amelie, wischte ihre Tränen ab und schaute nach unten, was die zwei schon wieder trieben. Als erstes blickte ihr eine total verheulte Sandra ins Gesicht, dann nieste Jana, dass es nur so hallte. Was sollte das denn jetzt?

„Woooah, zieh dir das mal in die Nase!“, sagte Sandra mit begeistertem, jedoch verheultem Unterton.

„Nein, garantiert nicht“, meinte Amelie und musste sich das Lachen verkneifen.

„Doch, das zieht voll rein!“

„Ja, ich seh´ s euch an“, erwiderte sie lachend.

Später ging es Jana und Sandra dann so schlecht, dass sie fast den Rest des Tages noch mit Taschentüchern rum gerannt sind und rote, mit Tränen überfüllte Augen hatten. Jedes Mal wenn Amelie den beiden in die Augen blickte, oder auch nur so anschaute, musste sie sich das Lachen regelrecht verkneifen. Und, nein, sie war niemals schadenfroh oder dergleichen…

Irgendwann meine Sandra dann wieder, verschwinden zu müssen, also beschäftigte Amelie sich damit, ihren Trolli wenigstens zum kleinen Teil auszupacken, zumindest ihr Badzeug. Wo Jana wieder steckte wusste sie auch nicht. Doch plötzlich kam diese ins Zimmer gerannt, schaute Amelie nur an, hüpfte in der Gegend rum und sang irgendwas von wegen „Wir tanzen jetzt den Ghettorap“. Amelie schaute sie nur komisch an und wunderte sich, was das jetzt soll, bis sie auf einmal so was von lachen musste. Jana hörte damit nicht auf, sie machte ein richtigen „Tanz“ aus ihrem Rumgehoppse und sang immer mehr Zeilen dazu.

„Jo Alter und wir tanzen jetzt den Ghettorap weil wir ganz viel Ghettohiphop hören“ Amelie fühlte sich irgendwann gezwungen, mitzumachen, doch es ging nicht, da sie sich bereits vor Lachen kugelte. Doch auch dies verging mit der Zeit. Als dann auch Jana ihr Sachen zum kleinen Teil auspackte, und Sandra sich dann auch mal ins Zimmer begab, stand Amelie am Fenster und blickten in den Himmel. Die dunklen Wollen verschwanden einfach nicht. Es begann erneut zu tröpfeln. Es wurde dunkler und dunkler im Zimmer. Amelie öffnete das Fenster und setzte sich auf das Fensterbrett. War zwar herzlich unbequem, doch das brauchte sie jetzt. Der Regen begann in das Zimmer hineinzuprasseln.

„Jetzt mach doch mal das Fenster zu! Es regnet schon rein, merkst du das nicht?“, meine Jana schließlich, als sie die Szene schon lange genug beobachtet hatte.

„Was? Ach so, ja, klar…“, entgegnete Amelie ihr, die wieder mal in ihren Gedanken versank. Sie sprang vom Fenstersims ins Zimmer und ging in Richtung Tür.

„Ich werd mal rausgehen, mir die Gegend etwas ansehen.“

„Ich komm mit.“ Was? Sandra will mit? Okay, sehr schön, soll ihr recht sein. Ab die Treppe hinunter und raus in den Regen. In der Hitze, die draußen noch war, fühlte sich der Regen an wie tausend kalte Nadelstiche am ganzen Körper. Doch es war herrlich. Die Zwei sahen sich die Gegend an, gingen in Richtung Rhein, doch als es dann noch stärker anfing zu regnen, wurde es so unangenehm dass sich Amelie und Sandra entschieden, wieder hineinzugehen. Im Zimmer angekommen zog sich Amelie erstmals um. Danach wurden sie aufgerufen zum Abendessen. Hunger hatte sie nicht wirklich. Da sich die Atmosphäre nicht wirklich verbessert hatte, hatte sie noch immer Angst vor dem, was sie erwarten wird. Sie wusste nicht was, doch sie wusste dass etwas geschehen wird.

Nachdem sie gegessen hatten, beschlossen Sandra, Jana und sie noch etwas hinauszugehen, das Wetter spielte gerade noch so mit, denn es hatte aufgehört zu regnen. Schnell rannte Amelie nochmals hinauf um ihren Fotoapparat zu holen, während die andern schon vorgingen. Sie fand sie dann schließlich auf der Treppe, die aus dem Gelände rausführte.

„Wollen wir nicht noch ein Stück runter gehen? Nur mal schauen, was da noch so alles ist!“, meinte sie schließlich. In diesem Moment kam noch Tine angerannt, doch das machte ihr im Moment nicht einmal etwas aus. Also gingen die Vier noch ein Stück hinunter, am Rheinufer entlang und genossen die untergehende Sonne.

„Meint ihr wirklich, wir dürfen so weit gehen?“ Tine zweifelte wieder einmal.

„Ach was, ist doch jetzt auch egal. Die Lehrer meinen doch eh dass sie noch im Speisesaal sitzen müssen, oder denkst du ehrlich dass die uns erwischen sollten? Die merken es doch nicht mal wenn welche fehlen, so viele wie wir sind. Glaubst doch wohl selbst nicht, dass sie jeden Schritt den wir machen beobachten.“, gab Amelie verärgert zurück. An einer kleinen Bank, deren Blickfeld zum Rhein ausgerichtet war, angekommen, saßen drei Männer mit einem Bierkasten.

„Ooh, schaut mal! Wenn wir ja kein Bier oder so dabeihaben, meint ihr wir können da was schnorren?“, fragte Sandra sofort.

„Ich denke ganz ehrlich dass es keine gute Idee ist. Weißt ja nicht was die da reingemischt haben…“, entgegnete ihr Amelie. Doch als diese sah dass der eine rauchte, war auch sie gleich dabei.

„Okay, ich werde sie nach einer Flasche und einer Kippe fragen…“ Also marschierte sie zu den Typen, die ihr auch sofort ein Bier gaben und eine Zigarette anboten. Sandra und Jana freuten sich riesig über das Bier, doch Amelies Freude darüber hielt sich in Grenzen, genauso wie Tines. Sie rannten alle Vier in den Wald dahinter. Erstmals Kippe angezündet, kurz danach hatten Sandra und Jana auch schon das Bier offen. Nach einiger Zeit hatte Sandra die Hälfte von dem Bier getrunken und man konnte ihr deutlich anmerken, dass sie nicht mehr ganz „normal“ war, obwohl es eigentlich nur eine halbe Flasche war. Das gab Tine und Amelie wirklich zu denken, also zwangen sie Sandra regelrecht, den Rest jetzt auszuleeren. Dann musste auch noch Jana kommen und protestieren, doch irgendwann schafften sie es doch noch, die zwei umzustimmen. Alle nochmals schnell Amelies Odol in den Mund sprühen und dann wieder ab in Richtung Schullandheim. Aber rein wollten sie noch lange nicht. Aus diesem Grund meinten sie dann noch, mindestens bis 22.00 Uhr draußen zu sitzen und zu reden, soweit es eben mit Sandra ging, sie nahm eh nichts mehr ernst. Eigentlich sollten sie schon seit 20.00 Uhr im Zimmer sein, also begaben sie sich irgendwann hoch, auch wenn es zwei Stunden zu spät war.

Na der Tag war auch wieder super. Ein weiterer verschwendeter Tag, dachte sich Amelie, anstatt sie vielleicht mal an die guten Seiten des Tages dachte. Nein, es muss ja pessimistisch sein. Bald kam auch Frau Schmied ins Zimmer gerollt um anzukündigen dass jetzt alle ins Bett gehen sollen.

„Die kann mich mal, wir machen die Nacht durch!“, meine Jana empört. Jedoch nach einer Stunde lag Jana dann müde im Bett.

„Wollen wir nicht schlafen gehen?“ Ein lautes Schnarchen von Susanne bestätigte dies. Aber was hat Susanne schon zu sagen. Sie schlief doch eh fast die ganze Zeit. Das heißt noch lange nicht, dass Jana, Sandra und Amelie jetzt auch schlafen werden. Oder? Jana zog sich noch kurz um und war dann auch gleich so gut wie weg. Amelie lag noch in ihrem Bett, dachte nach, wie immer eben. Was hatte man schon anderes zu tun? Plötzlich unterbrach sie ein lautes Grollen. Was war das?

„Sandy, war das grade ein Donner?“

„Ja, ich denke schon…“

„Darf ich zu dir runterkommen?“

„Ja klar. Aber psst, die Zwei schlafen schon.“

Das hätte Amelie nicht erwartet. Voller Freude stieg sie die Treppe hinunter und legte sich zu Sandra ins Bett. Da, noch mal. Und es donnerte erneut. Und wieder. Die Vorhänge waren nicht zugezogen. Plötzlich tauchte ein Blitz das ganze Zimmer in weißes Licht. Schatten der Bäume waren an der Wand abgebildet. Immer dieselben Bewegungen. Hin und her. Erneut blitzte es, dass das Zimmer aufleuchtete, darauf der Donner. Regen prasselte auf den Boden. Alles war so ruhig und doch so ohrenbetäubend laut. Amelie bekam es mit der Angst zu tun, Gewitter waren noch nie ihr Ding.

„Ähm, Sandra… schau mal neben dir… Der Schatten…“, stammelte sie. Tatsächlich.

„Ich hab Angst, Amy…“. Der Schatten sah aus wie ein dunkles Nebenbild eines Menschen, der mit einem Messer immer und immer wieder auf etwas einsticht. Nicht nur Sandra hatte Riesenängste. Von Verzweiflung gepackt nahm Amelie Sandras Hand und drückte sie an sich.

„Verdammt, das Fenster ist noch gekippt! Es wird reinregnen…“, flüsterte sie.

„Ich geh da garantiert nicht hin und mach es zu…“, meinte Sandra. Amelie konnte spüren wie sie leicht zitterte. Entweder war es sie, oder Amelie selbst.

„Aber es regnet rein. Ich will auch nicht vor. Wecken wir doch Susanne“, meine Amelie scherzhaft. Endlich konnte Sandra wieder etwas lachen. Doch woher kam diese Angst?

„Das Gewitter hier ist nicht mehr normal, glaube ich…“, sagte Amelie und stieg aus dem Bett. Voller Angst ging sie in Richtung Fenster. Und erneut donnerte es, diesmal so sehr, dass Amelie zusammenzuckte. Sie sollte sich mal nicht so anstellen, es ist nur ein Gewitter, nichts weiter. Oder? Es hatte bereits reingeregnet. Aber das machte ihr jetzt auch nichts mehr aus. Halt mal… Da draußen war was!

„Scheiße, Sandra komm mal, da ist jemand!“,  schrie sie entsetzt. Sandra kam langsam zu ihr.

„Oh mein Gott…“, stammelte sie. Doch die Person war auch schon wieder verschwunden. Zu sehen war nur noch ein Fuchs, der über das Gelände rannte.

 So schnell wie möglich ging sie wieder zurück zu Sandra, die schon längst wieder im Bett lag. Angst, pure Angst. Dann meinte Sandra auch noch, sie sollten versuchen zu schlafen, und schickte sie somit hoch. Langsam stieg sie die schmalen Stufen zu ihrem Bett hinauf. Lange lag sie noch wach. Wenn es so weiterging, wollte Amelie am nächsten Tag gar nicht erst aufwachen. Ihre Angst verging einfach nicht. Sie konnte nicht einschlafen. Da war es wieder, ihr Bauchgefühl, diese Atmosphäre, was auch immer es war. Und irgendwann hatte sie das Gefühl zu fallen. Sie fiel unendlich tief. Endlich schlief sie.